Sind Sie noch Employer, oder schon Employer of Choice?

Sind Sie noch Employer, oder schon Employer of Choice?
Wie moderne Unternehmen im War for talents die besten Köpfe für sich gewinnen


Wer kennt es nicht? Die Suche nach qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird immer schwieriger und langatmiger. Seit geraumer Zeit schon ist der Recruiting-Prozess zu einer der herausforderndsten Aufgaben für Unternehmen geworden. Der War for talents, also der Wettbewerb der Unternehmen um die besten Talente und Fachkräfte, ist auch in Österreich fixer Bestandteil des Arbeitsalltages geworden. 

Die Gründe für diesen „Kampf“ um die High Potentials in unserem Land sind vielfältig: Sie reichen von demographischen Aspekten über die geringe Attraktivität beziehungsweise das nur mäßige Image bestimmter Berufsbereiche und -branchen bis hin zum generell gestiegenen Bedarf an hoch qualifizierten Arbeitskräften. Eine der wohl wesentlichsten Ursachen ist jedoch der Wertewandel in der Gesellschaft. In einer immer schnelllebiger werdenden Welt wollen viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihr kostbares Gut „Zeit“ vermehrt für Familie, Freunde und Freizeit aufwenden. Gefordert werden daher flexible Arbeitszeitmodelle und eine ausgewogene Work-Life-Balance. 

Vor allem die jüngeren Generationen haben andere und höhere Ansprüche an Arbeitgeber. Das Problem: „Auf diese Anforderungen reagieren viele Unternehmen nicht oder nur sehr schwerfällig. Entsprechend herausfordernd ist es für sie, motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden“, weiß Christoph Monschein, Geschäftsführer von Edenred Österreich. Der Bewerbungsprozess ist heutzutage längst nicht mehr einseitig ausgerichtet. Unternehmen müssen gute Bewerberinnen und Bewerbern von ihrer Arbeitgeber-Attraktivität überzeugen und den „Young Professionals“ mehr bieten als nur die monatliche Gehaltsüberweisung. Denn „obwohl die Höhe der Vergütung ein wichtiges Entscheidungskriterium ist, hat das Modell „Cash gegen Arbeitszeit“ auch hierzulande längst ausgedient“, so Monschein. 

Steigerung der Arbeitgeber-Attraktivität

Doch wie schaffe ich es als Unternehmen, mich als attraktiver Employer of Choice zu positionieren, mir somit wertvolle Wettbewerbsvorteile zu verschaffen und die besten Köpfe für mich zu gewinnen? 

Christoph Monschein ist überzeugt, dass Unternehmen hier von Start-ups sehr viel lernen können: „Start-ups sind mit ihrem überaus dynamischen und aufgeschlossenen Mindset in meinen Augen die Ideen-Schmieden der zukünftigen Arbeitswelt: Flache Hierarchien, kreative Mitgestaltungs- und Entfaltungsmöglichkeiten und die Stärken eines jeden Einzelnen stehen im Vordergrund von allen Schaffensprozessen. So fördern diese Jungunternehmen nicht nur zukunftsweisende Innovationen zutage, sondern positionieren sich nebenbei auch als moderne und äußerst attraktive Arbeitgeber.“
 
Denn neben dem Gehalt, flexiblen Arbeitszeitmodellen und einer Balance zwischen Privatleben und Beruf sind heutzutage vor allem Wertschätzung, ein respektvolles Miteinander, Wohlbefinden am Arbeitsplatz sowie sinnstiftende Arbeit von wesentlicher Bedeutung. „Es geht also ganz stark auch um Mental Health“, so Monschein. 

Immer wichtiger wird es für die Nachwuchstalente aber auch, dass die Werte des Unternehmens mit den eigenen übereinstimmen – Stichwort Corporate Social Responsibility. „Bewerberinnen und Bewerber achten zunehmend auch auf das aufrichtige und authentische Engagement von Unternehmen in den Bereichen Nachhaltigkeit und Soziales“, erklärt Monschein. Die Betonung liegt dabei auf „aufrichtig“ und „authentisch“. Denn Social- und Greenwashing werden von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern inzwischen schnell als das entlarvt, was sie wirklich sind: Methoden zur Aufrechterhaltung beziehungsweise Förderung eines makellosen Images. 

Nicht zuletzt spielen auch persönliche Entwicklungsmöglichkeiten und -perspektiven eine tragende Rolle. „Junge Menschen wollen mitgestalten können. Ich bewundere diesen Elan und das proaktive Engagement für Zukunftsthemen bei den jungen Generationen sehr. Das wird sich meines Erachtens langfristig auch positiv auf unsere Gesellschaft als Ganze auswirken“, ist Monschein überzeugt.

Doch auch mit kleinen Schritten kann das Arbeitsumfeld positiv beeinflusst und verbessert werden: Angefangen bei einem von Wertschätzung geprägten Betriebsklima und der Etablierung einer positiven Feedback-Kultur über modern ausgestattete Arbeitsplätze und eine zeitgemäße Büroraumgestaltung, mitarbeiterfreundliche Homeoffice-Regelungen, firmeninterne Kinderbetreuungsmöglichkeiten, bis hin zur Förderung der Gesundheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch konkrete Maßnahmen wie frische Obstkörbe, Essensgutscheine oder aber firmeninterne Fitnessprogramme und -challenges.

Benefits für gesunde und ausgeglichene Mitarbeiter 

„Der wohl einfachste Weg, um seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Anerkennung entgegenzubringen, ist ein Zuschuss zum Mittagessen“, sagt Christoph Monschein. Attraktive Steuerfreibeträge in Höhe von bis zu 8,00 Euro pro Mitarbeiter und Arbeitstag machen diesen Anreiz für beide Seiten noch lohnender. Rund 300.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in ganz Österreich nutzen die digitalen Essens- und Lebensmittelgutscheine „Ticket Restaurant“ und „Ticket Service“ von Edenred bereits. Diese können unkompliziert mittels Prepaid-Karte oder direkt per Smartphone mit Edenred Pay, Apple Pay oder Google Pay bei mehr als 20.000 Einlösestellen im Handel und in der Gastronomie eingelöst werden, auch online. So ist sowohl im Büro als auch im Homeoffice für eine ausgewogene Mittagspause gesorgt – ein nicht zu unterschätzender Faktor, sowohl bei der Förderung der Gesundheit als auch der Mitarbeiterbindung und -motivation. 

Notwendigkeit einer starken Employer Brand

Was vielen Unternehmen nicht bewusst ist: „Es gibt einen ganz klaren Zusammenhang zwischen Mitarbeiter-Wohlbefinden und positivem unternehmerischem Output. Auch Studien belegen das. Das heißt, wenn es meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gut geht, sie gesund sind, wenn sie sich wertgeschätzt und respektvoll behandelt fühlen, wenn sie sich einbringen und kreativ entfalten können, dann steigt auch die Performance meines Unternehmens“, erklärt Christoph Monschein. Das Ergebnis: Eine Win-win-Situation für beide Seiten.

Eines ist sicher: Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, ein modernes und wohltuendes Arbeitsumfeld mit zusätzlichen Anreiz-Systemen zu schaffen. Jetzt gilt es für Unternehmen „nur noch“, umzudenken beziehungsweise sich rasch auf die neuen Gegebenheiten am Arbeitsmarkt einzustellen.

„Die Leader der Zukunft werden eine sehr gute Employer Brand aufbauen müssen. Denn die Bewerberinnen und Bewerber werden sich künftig den Arbeitgeber aussuchen – nicht umgekehrt“, so Monschein abschließend.

Fotos © Philipp Zeppelzauer