IT-Wissen ist jederzeit verfügbar. Studien, Podcasts, Fachmedien und KI liefern Antworten auf Knopfdruck. Braucht es da tatsächlich noch drei Tage CIO-Kongress? Vielleicht genau deshalb mehr denn je.
Denn im IT- und Digitalisierungsmanagement sind wir so sehr damit beschäftigt, die Probleme von heute zu lösen, dass wir Gefahr laufen, die Fragen von morgen zu verpassen.
Security, Legacy, Cloud-Kosten, Regulierung, Fachkräftemangel, KI-Projekte – die operative Agenda ist voll. Gleichzeitig werden Budgets enger, Teams kleiner und technologische Entwicklungszyklen kürzer.
Wann nehmen wir uns da eigentlich noch Zeit, nach vorne zu schauen?
Austausch als Blick nach vorne
Artificial General Intelligence (AGI), Neuroinformatik, Security im Quantenzeitalter, Industrial AI, digitale Souveränität, Skill Gap und Bildung: Nicht jedes dieser Themen steht heute schon auf der operativen To-do-Liste. Auf dem Radar des Managements sollten sie trotzdem sein.
Denn die entscheidende Frage lautet nicht nur: Was müssen wir heute lösen? Sondern: Was kommt als Nächstes und wohin geht die Reise?
Genau dafür braucht es Austausch. Nicht, weil Informationen fehlen, sondern weil sie eingeordnet werden müssen.

Martin Dusek-Lippach von den Wiener Linien brachte diese Standortbestimmung beim CIO-Kongress 2025 auf drei Fragen: „Was mich beim CIO-Kongress interessiert ist: "Wo stehen wir? Wie sehen die Leute das Thema? Und wie weit sind wir vorangeschritten?"“
Helene Baumgartner von der AK Wien beschreibt beim letzten CIO Kongress, warum dabei die persönliche Begegnung zählt: „„In erster Linie sind es eigentlich die Menschen, wegen denen ich zum CIO-Kongress komme. Mir geht es vor allem darum, mich zu vernetzen, bekannte Gesichter wiederzusehen, aber auch ganz viele neue Kontakte zu schließen und inspirierende Keynote-Speaker zu hören.“

Gerade wenn alle tief in ihren eigenen Projekten und Problemen stecken, schafft die Community etwas Wertvolles: einen Realitätscheck außerhalb der eigenen Organisation.
Das WAS und WOHIN – und das WIE
Der CIO-Kongress 2026 von 11. bis 13. Oktober in Loipersdorf versucht deshalb bewusst, zwei Welten zusammenzubringen: Auf der Mainstage geht es um das WAS und WOHIN: Was kommt auf Unternehmen zu? Welche Entwicklungen sollten Entscheider:innen heute schon beobachten? Und welche Fragen müssen wir stellen, bevor daraus akuter Handlungsdruck entsteht?
Dabei darf es auch visionär werden. Was bedeutet AGI für Unternehmen, sollte sie Realität werden? Was entsteht an der Schnittstelle von Neurowissenschaften und Informatik? Wie sieht Security im Quantenzeitalter aus? Was bedeutet digitale Souveränität künftig? Und was bleibt eigentlich spezifisch menschlich, wenn Maschinen immer mehr können?

Diese letzte Frage wird 2026 sogar physisch auf der Bühne sichtbar: Ein lebensgroßer humanoider Roboter wird gemeinsam mit CIO Kongress-Frontfrau Martina Kruber moderieren. Damit wird das Motto „Co-Intelligence“ greifbar: Wie verändert sich unser Verhältnis zu Maschinen, wenn sie nicht mehr nur im Hintergrund arbeiten, sondern sichtbar Teil unserer Arbeits- und Kommunikationswelt werden?
Die kuratierten Breakout Sessions widmen sich dagegen dem WIE. Dort geht es gemeinsam mit Technologiepartnern um konkrete Lösungen, Use Cases und Erfahrungen für die aktuellen Herausforderungen des IT-Alltags.
Jürgen Steinecker von der Klinikum Austria Gruppe beschreibt genau diese Kombination schon 2025: „Im Vortrag holt man sich ab, wie es theoretisch sein kann und welche Themen gerade brandaktuell sind. In den Breakout Sessions gibt es dann dann die Umsetzungsvarianten - eine super Kombination.“
Denn Zukunft vorauszudenken ist das eine. Sie technologisch möglich, sicher und umsetzbar zu machen, das andere.
Co-Intelligence ist keine reine CIO-Frage
Und dann ist da noch der Mensch.
Je leistungsfähiger KI-Systeme werden, desto weniger können wir die Debatte auf Technologie reduzieren. Es geht um Skills, Arbeit, Verantwortung, Entscheidungen und Führung. Und um die Frage, wie menschliche und künstliche Intelligenz künftig zusammenspielen sollen. Damit wird aus einer IT-Frage eine Managementfrage.
Ja, er heißt CIO-Kongress, aber wenn KI verändert, wie Unternehmen arbeiten, entscheiden, investieren, produzieren, einstellen und führen, gehören CEO, CFO, HR, COO und Aufsichtsrat zunehmend mit an den Tisch. Vielleicht ist 2026 deshalb ein gutes Jahr, nicht allein nach Loipersdorf zu kommen.
Also: Braucht es heute noch einen CIO-Kongress?
Drei Tage lösen keine Legacy-Probleme, schließen nicht den Skill Gap und machen kein KI-Projekt über Nacht erfolgreich, aber sie schaffen etwas, das im operativen IT-Alltag zunehmend knapp wird: Abstand. Austausch. Einordnung. Und Zeit, wieder nach vorne zu schauen.
Denn wer ausschließlich die Probleme von heute löst, läuft Gefahr, die entscheidenden Fragen von morgen zu spät zu stellen.
Martina Kruber dazu: „Ja, er heißt CIO Kongress, aber wenn KI verändert, wie wir arbeiten, entscheiden, investieren, einstellen und führen, gehören diese Themen heutzutage ins gesamte Management. CEO, CFO, HR, COO, Aufsichtsrat: Vielleicht nehmt ihr heuer einfach alle mit, die KI und Digitalisierung "leben" müssen. Das Motto ist nicht umsonst #CoIntelligence“

Drei Tage für das WAS, WOHIN und WIE.
LSZ CIO-Kongress 2026
MENSCH. MASCHINE. MOMENTUM. – Co-Intelligence
11.–13. Oktober 2026 | Congress Loipersdorf