Wie innovative Technologien die Industrie in Europa zukunftsfit machen
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Siemens Gerätewerk Erlangen: Innovative Fertigung dank Digitalisierung
Die Spielregeln der industriellen Produktion werden neu geschrieben. Sinkende Kosten in Asien, steigende Energiepreise in Europa, fragile Lieferketten und der Bedarf an flexibler, nachhaltiger Kleinserienfertigung machen Time-to-Market zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Die gute Nachricht: Die Technologien zur Standortsicherung sind da – drei stehen im Zentrum:
Industrielle KI, Digitaler Zwilling und Software-defined Systems.
Die Fabrik als Datenkraftwerk
Alle drei Technologien haben eine gemeinsame Grundlage: Daten. Und davon gibt es in der Industrie mehr als genug. Eine typische Fabrik erzeugt pro Monat rund 2.200 Terabyte – das entspricht dem Volumen von etwa 500.000 Filmen auf einer Streaming-Plattform. Das Problem: Ein Großteil dieser Daten liegt brach. Der Schlüssel liegt in vier Schritten: Daten erfassen, verbinden, kontextualisieren und in konkrete Maßnahmen umwandeln. Erst wenn dieser Kreislauf geschlossen ist, entfalten sie ihren Wert.
Die Fabrik wird so flexibel wie ein Smartphone
Klassische Automatisierung bleibt das Fundament – doch sie muss softwaredefiniert werden. Wie beim Smartphone werden Hardware und Software entkoppelt: Funktionen wie Predictive Maintenance oder virtuelle SPS laufen als Apps. Das Ergebnis: zentrale Updates, schnellere Innovationen und KI direkt in der Produktion. Der Digitale Zwilling verbindet die physische Anlage mit ihrem virtuellen Abbild – so lassen sich Fabrikabläufe virtuell validieren, bevor physisch investiert wird.
Nicht ChatGPT – sondern Industrielle KI
Wenn von KI die Rede ist, denken viele an ChatGPT. Doch die Industrie braucht eine andere KI – eine, die auf ihre Daten, Anforderungen und Sicherheitsstandards zugeschnitten ist: zuverlässig, abgesichert, zugänglich und skalierbar.
Dabei zeichnet sich ein Paradigmenwechsel ab – vom Chatbot zum KI-Agenten. Ein Chatbot antwortet auf Fragen. Ein KI-Agent hingegen löst Aufgaben – autonom. Er plant, handelt, reflektiert und liefert Ergebnisse. Besonders eindrucksvoll zeigt sich das im Eigen Engineering Agent für das TIA Portal: Er schreibt Automatisierungscode, konfiguriert Systeme und iteriert eigenständig.
Fazit: Wer jetzt handelt, gestaltet morgen
Daten, Software und KI sind keine isolierten Trends – sie greifen ineinander und bilden das technologische Rückgrat einer wettbewerbsfähigen Produktion in Europa. Entscheidend ist nicht die einzelne Technologie, sondern die Geschwindigkeit, mit der Unternehmen ihr Zusammenspiel umsetzen.