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2026 - das Jahr der Abrechnung für KI-Projekte?

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Analysten in der IT-Branche neigen zu provokanten Thesen und zugespitzten Formulierungen. Längst nicht alle sollten IT-Verantwortliche für bare Münze nehmen, geschweige denn als Grundlage für strategische Entscheidungen. Wenn das altehrwürdige Marktforschungs- und Beratungshaus Forrester Research aber die Tonlage verschärft, kann es sich durchaus lohnen, genauer hinzuhören. 

2026 werde das „Jahr der Abrechnung“ für KI-Investitionen, warnen die Auguren in ihren „Predictions“ für das laufende Jahr. Zwischen dem von Anbietern befeuerten Hype und den tatsächlich erzielten Resultaten in den Unternehmen klaffe eine gewaltige Lücke. CIOs müssten 2026 beweisen, dass KI-Investitionen echten Business Value liefern. Chief Research Officer Sharyn Leaver sagt: „Die KI-Hype-Phase endet 2026, weil der Druck wächst, mit sicheren KI-Initiativen echte, messbare Ergebnisse zu liefern.“ 

Forrester steht mit dieser Einschätzung nicht allein. Gartner etwa prognostiziert, dass 40 Prozent aller agentenbasierten KI-Projekte bis 2027 aufgrund mangelnder Governance und unklarem RoI (Return on Investment) abgebrochen werden könnten. Auch unter den CIOs selbst wächst die Sorge um ihre KI-Initiativen. In einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Harris Poll im Auftrag des AI-Anbieters Dataiku berichteten 98 Prozent der Teilnehmer von einem wachsenden Druck aus dem Topmanagement, messbare Ergebnisse vorzuweisen. Befragt wurden rund 600 CIOs aus den USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Japan, Südkorea und weiteren Staaten. 

Die Uhr tickt, schreiben die Autoren der daraus entstandenen Studie: 71 Prozent der Interviewten rechnen damit, dass KI-Budgets eingefroren oder beschnitten werden, sollten bis Mitte 2026 die anvisierten Ziele nicht erreicht werden. Und die Konsequenzen könnte noch weiter reichen. 85 Prozent der CIOs erwarten, dass ihre Kompensation künftig an messbare KI-Ergebnisse geknüpft wird. Ähnliches erwarten viele auch für ihre Chefs aus den obersten Führungsetagen. 

Die meisten Hürden beim Umsetzen von KI-Projekten in der Praxis sind bekannt und weithin dokumentiert. Nicht die Technologie sei das zentrale Problem, ist immer wieder zu hören und zu lesen. Andere Faktoren wie Unternehmenskultur, Change-Management oder fehlende Skills erwiesen sich häufig als die größeren Hindernisse. 

Forrester weist in seinen Reports aber noch auf einen anderen, weniger beachteten Aspekt hin. Nicht nur der nachweisbare Wertbeitrag von KI-Projekten fehle in vielen Fällen, sondern auch der architektonische Unterbau. Gemeint ist damit vor allem die Enterprise Software Architecture (ESA), die sich klar unterscheidet von der oft als Elfenbeinturm-Disziplin kritisierten Enterprise Architecture. 

Die Zahl der Unternehmen mit dedizierten Architektur-Abteilungen ist laut Forrester von 46 Prozent im Jahr 2022 auf 69 Prozent gestiegen. Die Analysten sehen einen regelrechten „Architekten-Boom“. Die Enterprise Software Architecture, so die Beobachtung etlicher Marktbeobachter, habe sich zu einem harten Wettbewerbsfaktor entwickelt, der für große digitale Transformationsprozesse erst den notwendigen Rahmen, das architektonische Fundament definiert. 

So gesehen könnte 2026 nicht nur das Jahr der Abrechnung für KI-Projekte werden, sondern auch das der Enterprise-Software-Architekten. Gerade im Zeitalter der KI-Agenten und hybriden IT-Architekturen könnten sie dazu beitragen, dass aus KI-Experimenten skalierbare Unternehmenssoftware wird. 

 

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Fotocredit: shutterstock/Lightspring