Was, wenn unsere Vorstellung von guter Führung nicht mehr zur Arbeitswelt von heute, geschweige denn von morgen passt? Genau darum ging es beim ersten HR Pulse Wien - das neue Netzwerkformat von LSZ, das frischen Wind in die People-&-Culture-Szene bringt. Nach einem im wahrsten Sinne des Wortes sportlichen Kickstart mit myClubs diskutierte die Wiener HR-Community im Max Brown Hotel über Positive Leadership und Führungsherausforderungen.

Moderation: Katja Moissidis / Head of HR Raiffeisen Digital Bank & BPM
Am Podium: Clotilde Aubet / Head of HR Österreichischer Bundesverlag | Markus Ebner / Professor, Speaker,Coach,Trainer ebner-team | Christoph Santin / Head of Recruiting ASFINAG | Jennifer Isabella Schimanko / Geschäftsführerin PAIR Finance | Pia Schubaschitz / Head of People Management VERBUND
Positive Leadership zahlt sich (auch wirtschaftlich!) aus
Positive Leadership erkennt individuelle Stärken und ist wissenschaftlich belegt. Es setzt also dort an, wo klassische Führung häufig zu kurz greift: Statt primär Schwächen zu korrigieren, sollen Führungskräfte die individuellen Stärken ihrer Mitarbeiter:innen erkennen und gezielt fördern.
Markus Ebner, Psychologe, Professor und Experte für Positive Leadership, verwies auf die wissenschaftlich untersuchten Effekte des Ansatzes. Positive Leadership steht unter anderem mit höherer Arbeitszufriedenheit, Leistung und Mitarbeiter:innenbindung sowie geringerer Stressbelastung in Zusammenhang.
Positive Leadership ist nachweisbar kein lasches Feel-good-Konzept. Gute Führung kann auch wirtschaftlich einen großen Unterschied machen.
Gute Führung heißt auch: die Situation richtig lesen
Gleichzeitig funktioniert Positive Leadership nicht nach Schema F. In akuten Krisensituationen braucht es mitunter klare Entscheidungen und eindeutige Ansagen.
Das Beispiel aus der Diskussion: Bei einem Polizeieinsatz gibt die Einsatzleitung vor, was zu tun ist. In diesem Moment zählen Klarheit, Geschwindigkeit und eindeutige Verantwortlichkeiten. Die Evaluierung, Reflexion und das Feedback des Teams passiert logischerweise erst danach.
Gute Führung sollte also situativ sein. Beteiligung ist wichtig – aber Führungskräfte müssen auch erkennen, wann Klarheit und schnelle Entscheidungen gefragt sind.
Fair ist nicht automatisch gleich gerecht
Ein weiterer Punkt des Panels: Faire Führung bedeutet nicht zwingend, alle Mitarbeiter:innen identisch zu behandeln. Unterschiedliche Lebenssituationen, Aufgaben und Bedürfnisse können unterschiedliche Lösungen erfordern. Wichtig ist, dass Entscheidungen nachvollziehbar bleiben und nicht willkürlich wirken.
Fairness braucht somit klare Leitplanken, aber auch Spielraum für individuelle Lösungen.
Am Ende zählt, wie Führung gelebt wird
Wer Pünktlichkeit einfordert und selbst regelmäßig fünf Minuten zu spät kommt, verliert schnell an Glaubwürdigkeit. Das Beispiel aus dem Panel klingt banal – trifft aber einen Kern guter Führung. Führungskräfte werden daran gemessen, was sie tun, nicht daran, was sie auf Folien schreiben. Wer Verbindlichkeit, Feedback und Vertrauen erwartet, muss diese Werte selbst vorleben.
Positiv führt weiter
Positive Leadership kann Leistung, Bindung und Arbeitszufriedenheit fördern. Gleichzeitig braucht moderne Führung Situationsgefühl statt Patentrezepte, Fairness statt starrer Gleichbehandlung und vor allem Glaubwürdigkeit im täglichen Handeln.
Der Austausch war damit noch lange nicht vorbei. Bei Food, Drinks und Musik ging die Diskussion direkt ins Networking über. Genau dafür ist der HR Pulse Wien da - weniger Visitenkarten-Sammeln, mehr echter Austausch in der Wiener HR-Community.
Let’s move. Let’s connect. Let’s lead the future.